Pädagogisch, Therapeutisch angeleitete Mensch Tier Begegnungen ...
Traumaarbeit mit Pferden
Der Einsatz von Pferden in der Traumaarbeit:
Gerade für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene stellt das Pferd dank seiner Eigenschaften einen wertvollen Partner dar. Das Pferd bietet auf unterschiedlichen Ebenen zahlreiche Lern- und Erfahrungswerte besonders für traumatisierte Menschen.
Das
Pferd als Fluchtier spiegelt sehr deutlich zum Beispiel vorhandene Angst.
Ihm ist von Natur nur die Reaktion der Flucht auf drohende Gefahr gegeben.
Das Pferd als soziales Wesen wird den Menschen niemals unvermittelt und
grundlos angreifen, eine Eigenschaft, die gerade Menschen mit
Gewalterfahrungen Sicherheit und Vertrauen gibt. Aufgrund der
hohen Sensibilität, die Pferden von Natur aus gegeben ist, im Bereich der
Körpersprache und der Wahrnehmung der psychischen Verfassung des Menschen
(Pferde kommunizieren untereinander ausschließlich über Körpersprache),
halten sie dem Menschen einen Spiegel vor. Zum Beispiel: Bei einem Kind
oder Jugendlichem, dessen Auftreten äußerlich betrachtet, ruhig wirkt,
innerlich aber unter dauernder Anspannung steht, wird das Pferd dies sehr
schnell zeigen. Dies kann geschehen durch die eigenen Anspannung, die bei
dem bis dahin entspannten Pferd zu sehen ist, durch Unruhe oder andere
Veränderungen im Verhalten des Pferdes. Das Pferd hält dem Kind,
Jugendlichem oder Erwachsenen direkt einen Spiegel vor. Häufig ist es für
die betroffene Person dann eher möglich, dieses Feedback anzunehmen, kommt
es doch in nonverbaler, dennoch sehr anschaulicher Art und Weise, ohne
Bewertung und Kritik. Für manche ist es auch eine interessante Erfahrung,
dass dieses große Tier (als Fluchttier) wohlmöglich noch mehr Angst hat als
er selbst, z.B. wenn es sich vor etwas für den Menschen ganz harmlosem sehr
erschreckt.
Dieses Ereignis hat dann sogar zwei Facetten: Das Erschrecken des Tieres
beobachten und die Kontrolle über das Tier zu behalten (die Zügel fest in
der Hand zu behalten)
Kontrollverlust: Bei (sexueller) Gewalt ging es um Grenzverletzungen, ein daraus resultierendes typisches Symptom ist die Angst vor Kontrollverlust. Beim Umgang mit der Pferd (am Boden oder reitend) spiegelt sich diese Angst in mehreren Bereichen wider, z.B. findet sie sich in der Panik, die ausbrechen kann, wenn das Pferd zu schnell wird. Oder sie taucht auf, wenn das Pferd hinter der Person läuft, die es führt. Dies ist für traumatisierte Menschen häufig zu Beginn gar nicht möglich. Mit speziellen Techniken im Umgang mit dem Pferd lernen sie jedoch die Kontrolle über das Pferd zu gewinnen, die Führung zu übernehmen und damit Angst abzubauen, die wiederum in den Alltag übertragbar ist. Ein wesentlicher Faktor im Umgang mit dem Pferd ist die Arbeit an der eigenen Körpersprache.
Da (sexuelle) Gewalt sich immer in Beziehungen abspielt, in denen ein Machtgefälle besteht, ist dort das Erleben von Ohnmacht ein Grundgefühl des Opfers. Hier bietet das Pferd ein spannendes Übungsfeld, ist es doch auf der einen Seite groß und stark und schnell, verlangt aber andererseits eine klare Kommunikation, um den Menschen als den Mächtigeren, als Leittier anzuerkennen. Es bietet die Möglichkeit, sich in der Rolle des Mächtigeren, jedoch nicht Macht missbrauchendem (dem würde sich das Pferd entziehen) zu üben und zu erleben.
Als Übung eignet sich hierzu z.B. das Führen des Pferdes.
Zeitlicher Rahmen:
Da es um individuelle Anliegen der betroffenen Personen geht, kann keine pauschale Auskunft über die Dauer von Beratung und/oder Tiergestützter Therapie getroffen werden.
Erfahrungsgemäß liegt die Dauer bei 10 – 25 Sitzungen, kann aber zuweilen auch deutlich darüber liegen. Dies ist dann meist der Fall, wenn ausschließlich pädagogisch, therapeutisch angeleitete Mensch-Tier-Begegnung eingesetzt wird.
Terminvereinbarung
Telefonisch unter 05665-921221
oder
per E-mail:
mailto:Traumaberatung-Umbach@t-online.de
Im Bereich Tiergestützte Therapie gibt es derzeit 2
freie Plätze